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Qool QDA-700

Qool QDA-700 vorne Die Firma Qool Labs hat mit dem Qool QDA-700 ihr erstes PalmOS-Smartphone auch in Deutschland auf den Markt gebracht. Zur Zeit noch als englisch/chinesische Version (auf CD-ROM dabei) soll es ab Ende März 2005 auch eine mehrsprachige Version inklusive deutsch geben.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des 200Mhz schnellen PalmOS 5.3-Smartphones sind neben dem 1000mAh-Akku eine Kurzanleitung, eine CD-ROM, das USB-Synckabel, ein Netzteil, verschiedene Steckeradapter für das Netzteil, eine mobile Freisprecheinrichtung und eine Gürteltasche enthalten.
Das englischsprachige und über 200-Seiten starke PDF-Handbuch, der Palm Desktop in einer speziellen Version in verschiedenen Sprachen (wurde nicht getestet) und 4 Spiele von Astraware, darunter der Klassiker Bejeweled befinden sich auf der CD-ROM. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit verschiedene chinesische Dialekte als Betriebssystemsprache auf dem QDA-700 zu installieren. Über eine Autostart-Applikation lässt sich einfach auf der CD-ROM navigieren und die zusätzliche Software installieren.
Das Synckabel hat einen USB-Anschluss und den speziellen QDA-700-Anschluss. Hinzu kommt noch eine Buchse für das Netzteil. Da man das Netzteil nicht direkt an das Smartphone anschliessen kann, muss man leider auf Reisen immer das Synckabel zusätzlich zum Netzteil mitnehmen. Die mobile Freisprecheinrichtung ist ein sogenannter "Knopf im Ohr" mit Annahmetaste und bot im Test einen guten Klang, wenn auch ein bißchen leise.
 

Von Aussen

Qool QDA-700 obenDas Tri-Band Smartphone macht einen stabilen und gut verarbeiteten Eindruck. Auf der Frontseite befindet sich ein aufklappbarer Bildschirmschutz in den auch der Telefonlautsprecher eingelassen ist. Im aufgeklappten Zustand entsteht ein kleiner Winkel so das man beim Telefonieren nicht mit der Wange an den Bildschirm kommt und evtl. Fehleingaben verhindert werden. Die Klappe kann man leicht durch zwei Aussparungen an den Seiten hochklappen oder noch einfacher durch den oberhalb der Klappe befindlichen silbernen Knopf. Da kommt ein bißchen Enterprise-Feeling auf wenn das Gehäuse nach einem Daumendruck aufklappt.

In der Klappe ist ein Sichtfenster eingelassen durch das man im zusammengeklappten Zustand eine Uhr, die Lautstärkeeinstellung oder die Rufnummer des Anrufers sehen kann. Unterhalb der Klappe befinden sich 4 Knöpfe und ein Navigationsstick, die beleuchtet werden. Den beiden äußeren Knöpfe werden über die Software applikationsabhängig Funktionen zugeordnet und die beiden inneren sind mit einem grünen und einem roten Hörer für das Gesprächsmanagement. Der Navigationsstick ist ein kleiner Joystick, der sich in 4 Richtungen bewegen und zur Bestätigung eindrücken lässt. Dadurch ist, sofern die Software es unterstützt, eine Einhand-Bedienung möglich. Der optisch um den Navigationsstick abgesetzte Ring ist ohne Funktion. Der Stick selber ist gerade im Gehäuse und ragt durch die abgeschrägte Form des Gehäuses unterschiedlich hoch heraus. Dadurch ist die Bedienung nicht ganz optimal und man muss die "Nach-Unten"-Richtung etwas üben bevor sie flüssig bedienbar ist. Vorne unterhalb des Auflegen-Knopfes findet sich das Loch mit dem Mikrofon dahinter.
Oben ragt die dünne Antenne mit dem silbernen Kopf heraus und es befinden sich ein Einschaltknopf auf der Oberkante, der durch 2 LEDs eingerahmt wird, die Akkustand und Empfang (abschaltbar) signalisieren. Das Smartphone bietet einen wechselbaren 1000mAh-Akku, der die Rückfront bildet. Der Akku wird zusätzlich mit einem Schiebeschalter arretiert und ist auch erst dann einsatzbereit. Unterhalb des Akkus befindet sich, wie bei vielen Handys, die Simkartenhalterung. Eine 1,3 Megapixel Kamera, die als Foto- und Videokamera nutzbar ist, befindet sich oberhalb des Akkus mit einem kleinen Spiegel der bei Selbstportraits hilft. Außerdem befindet sich hinter einer Art Gitter der Lautsprecher, der für Klingel- und Signaltöne und für die MP3-Wiedergabe genutzt wird.

Qool QDA-700 obenAn der linken Seite des QDA-700 ist eine Tastenwippe für die Einstellung der Lautstärke und eine separate Taste, die die Kameraanwendung startet. Rechts finden sich der oben erwähnte Knopf um die Klappe zu öffnen, der SD-Kartenslot, die Infrarotschnittstelle und das Resetloch. Der SD-Kartenslot ist mit einer automatischen Klappe als Staubschutz ausgestattet und eine eingelegte SD-Karte steht nicht wie beim Treo 600 über und kann versehentlich rausspringen. Was der Slot mit dem Treo gemein hat ist die Richtung der SD-Karte, sie wird nämlich mit der Beschriftung nach hinten eingelegt. Der Kartenslot hat SDIO-Funktionalität, so dass auch andere Erweiterungskarten als Speicherkarten unterstützt werden. An der Unterseite ist noch der Anschluss für die Freisprecheinrichtung zu finden und der Connector für das Synchronisationskabel, bzw. Ladekabel. Das Stylusfach befindet sich unten rechts und beherbergt einen Teleskop-Stylus. Zur stummen Signalisierung ist ein Vibrationsalarm eingebaut, der auch durch die mitgelieferte Tasche gut spürbar ist.
 

Das Innenleben

Qool QDA-700 LauncherDas OS 5.3-Gerät ist mit 16 MB RAM (ca. 11 MB nutzbar) und einem internen Speicherbereich von 16,9MB ausgestattet, der als Speicherkarte ansprechbar ist. Durch den internen Kartenslot kann das Smartphone mit SD-Karten erweitert werden. Der Farb-Bildschirm hat eine etwas für PalmOS-Geräte ungewöhnliche Auflösung von 240x320, was sich in der Praxis teilweise etwas komisch darstellt, da die Vergrößerung von 1,5 mal zu Verschiebungen/Ungleichmäßigkeiten bei der Anzeige von Grafiken führen kann. Das Display hat einen virtuellen Graffiti-Bereich und unterstützt Graffiti 2 auch mit dem Schreiben auf dem ganzen Bildschirm. Die Softwareausstattung ist recht umfangreich. Neben den Standardapplikationen Adressen, Kalender, Aufgaben und Merkzettel gibt es viel Software überwiegend von PiTech. Als Standardapplikationslauncher ist nicht der PalmOS-eigene als Standard eingestellt sondern der PiLauncher II, der über den Navigationsstick einhändig zu bedienen ist. Die Standardapplikation Notepad (handschriftliche Notizen) wurde durch PiNote ersetzt, das einige Funktionen mehr zur Bearbeitung der Notizen bietet.
 

Dateihandling und Backup

Zum einfacheren Dateihandling ist der FileMover, ein Dateimanager im ROM des QDA-700. Einfache Dateioperationen wie Umbenennen, Löschen und Kopieren sind damit möglich. Leider nicht das Kopieren von Dateien zwischen der internen Speicherkarte und eine SD-Karte, da der Kopiervorgang nur zwischen dem RAM und einer Speicherkarte möglich ist. Für kleine Palmeigene Datenbanken und Programme geht das, wenn aber eine MP3-Datei oder ein Bild oder Video kopiert werden soll, muss man sich Hilfe von einem anderen Dateimanager (z.B. Filez, FileProg) holen. Eine tolle Sache, die meiner Meinung nach bei keinem Smartphone fehlen sollte ist das mitgelieferte Backup-Programm. PiBackup sichert das komplette RAM auf die interne Speicherkarte oder eine SD-Karte. Gerade unterwegs kann es trotz des nichtflüchtigen Speichers nötig sein auf ein Backup zurückzugreifen. Die Sicherungen können automatisch im Zeitintervall erfolgen. Im Test klappte die Sicherung und das Rückspielen einwandfrei.
 

Multimedia

Qool QDA-700 Hinten (Kamera, Akku)Die eingebaute 1,3 Megapixel Kamera ist durch die mitgelieferte Software als Foto- und Videokamera nutzbar. Der Sucher reagiert schnell und die gemachten Fotos zeigen eine gute Qualität im Vergleich zu anderen Handy- und Smartphone-Kameras. Die Fotos können auf der Speicherkarte abgelegt, z.B. per MMs oder Mail verschickt werden und Kontakten zugeordnet werden. Neben der Anzeige in den Kontakten werden die Fotos dann bei Anrufen neben der Nummer oder dem Namen angezeigt. Ein weiteres Programm hilft bei der Erstellung eigener Bilder um diese z.B. per MMS verschicken zu können. Ein MP3-Abspielprogramm und ein Programm um Diktate aufzunehmen runden den Multimediabereich ab.
 

Telefon und Kommunikation

Qool QDA-700 TelefonDer PiLauncher steht automatisch auf der Telefonapplikation. Diese ist einhändig ohne Stylus bedienbar. So wechselt man über den Navigationsstick in Anruferlisten, wählt Nummern aus den Kontakten oder die Tagesübersicht in der u.a. die Anzahl der Termine, Aufgaben, Mails, SMS und MMS aufgelistet sind. Die Sprachqualität ist gut, wenn auch der Klang ein bißchen dünn ist, etwas mehr Bass hätte da nicht geschadet.

Für die "stumme" Kommunikation sind MMS und SMS (ohne Umlauteproblem) dabei. Aber auch ein neuer Webbrowser von PalmSource und ein WAP-Browser, der auch WAP 2.0 unterstützt sind mit im ROM. Das Mailprogramm von PalmSource nicht zu vergessen, was stark an VersaMail oder seinen Vorgänger MultiMail erinnert. Es werden mehrere POP3 und IMAP-Konten auch mit SSL unterstützt. Mit einer automatischen Abfrage kann man sich immer auf dem laufenden halten und mit der Filterfunktion lassen sich die Mails direkt richtig sortieren.
 

Was ist noch dabei

4 Spiele von Astraware, eine Weltzeituhr und der Palmreader sind mit im ROM bzw. auf der internen Speicherkarte vorhanden.
Zuletzt kommen wir noch zu der Viewer Edition von Documents To Go 6.009, die etwas negativ durch ihre penetrante Art und Weise für die Vollversion zu werben auffiel. Leider wurden nicht vorhandene Funktionen nicht ausgeblendet sondern führen allesamt in diesen "Kauf-mich"-Bildschirm, so z.B. ein New-Button für neue Dokumente. Aber auch ein PalmDOC wurde in der Liste zwar angezeigt, aber man kann es nicht anzeigen lassen. Ebensowenig lässt sich das PalmDOC über Documents To Go wieder löschen, wie gut das auch der Palmreader dabei ist. Die Viewer Version ist alleinig zur Anzeige von Word und Exceldokumenten geeignet, die einen z.B. per Mail erreichen. Diese Dateien dürfen nur nicht als ZIP-Datei gesendet werden, weil das Mailprogramm damit leider nicht zurechtkommt.
 

Fazit

Mit dem stabilen und gut verarbeiteten Gerät und dem umfangreichen Hard- und Softwarepaket bietet das QDA-700 ein "fast"-Rundum-Paket an. Neben den GSL-Smartphones, die in erster Linie PalmOS-Smartphones in Klein-Handy-Größe bringen und der Treo-Serie, die überwiegend Tastaturbasiert arbeiten, bietet das QDA-700 eine weitere Schiene an, die sich anzuschauen und auszuprobieren lohnt.
Bekannt gewordene Probleme mit dem Netz von O2 wurden bereits durch ein Update behoben und die fehlende Bluetoothfunktionalität für schnurlose Headsets soll bald durch passendes Zubehör nachrüstbar sein.
Für den der von einem Stiftbasierten PDA auf ein Smartphone umsteigen und auf Graffiti nicht verzichten will kann das QDA-700 eine echte Alternative sein. Sicherlich gibt es noch viel mehr über das Gerät zu schreiben. Da wir das Testgerät aber in erster Linie zur Präsentation auf den PUG-Treffen Neuss/Düsseldorf und Ruhr hatten und es auch in unbenutztem Zustand wieder zurückgehen sollte haben wir nicht alles ausprobiert.
 

Vielen Dank an die Firma PalmAndMore für das bereitgestellte Testexemplar.

Update 11.07.2005:

Wir hatten Gelegenheit das QDA-700 nochmal mit einer aktuelleren ROM-Version und in einer deutschen Version zu testen. Die neue ROM-Version aktualisiert das PalmOS nun auf Version 5.4, was einen etwas schnelleren Eindruck machte als die 5.3-Version.

Im Gegensatz zu anderen PalmOS-Geräten handelt es sich bei der deutschen Version allerdings nicht um eine multilinguale OS-Version, es wird vielmehr die deutsche Sprache mittels PiLoc eingespielt. Das ist recht gut gelungen, da nicht nur die PalmOS Standardapplikationen, sondern auch z.B. die QDA-700 spezifischen Applikationen, wie das Telefon übersetzt werden. Leider bleiben allerdings Documents To Go und die Spiele außen vor.

An manchen Stellen sind auch die Abkürzungen auf den ersten Blick etwas unglücklich gewählt, das liegt aber an dem zur Verfügung stehenden Platz, denn die Größe der Bildschirmelemente und Menüs werden durch PiLoc nicht angepasst, so das Begriffe nur die gleiche Länge haben können wie im Englischen. Da passt die Übersetzung ins Deutsche nicht immer.

Nachteil dieser Lösung ist auch das deutsch erstmal installiert werden muss und auch nach einem Hardreset erst nachträglich installiert und aktiviert werden kann. Alles in allem aber eine durchaus brauchbare Lösung für Nutzer, die Probleme mit der englischen Sprache haben.

Thomas (Toem) Dornscheidt
Palm User Group Neuss/Düsseldorf

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